Die Kirchengemeinde Hörbach mit den beiden Filialen Guntersdorf und Hirschberg besteht seit 1956.Hörbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Herborn und zählt ca. 1358 Einwohner, wovon 845 unserer Gemeinde angehören.
Hörbach bestand früher aus Ober-und Niederherbach und wurde urkundlich erstmals 1287 erwähnt. Es liegt auf einer ansteigenden Geländeterrasse am weiten Wiesengrund des Rehbachtals, das sich von Westen nach Osten zieht und an das Dilltal anschließt.
Ältestes Bauwerk in Hörbach ist der Chorturm der Kirche, der wohl um die Mitte des 13.Jh. entstand und um 1461 seinen spätgotischen Helm erhielt. Das mittelalterliche kleinere Kirchenschiff wurde im Jahr 1879 durch ein Ziegelsteinbauwerk mit gestuften Strebepfeilern und hohen Bogenfenstern erneuert. Die Kirche wurde in den Jahren 2004-05 komplett renoviert und erstrahlt heute wieder in neuem Glanz.
Erwähnenswert ist das 1978 gestaltete Glasfenster im Chorraum von Andreas Felger aus Gnadenthal, das den auferstandenen und wiederkommenden Herrn Jesus Christus zeigt.Wenn man dies Fenster zum ersten Mal anschaut, sieht man zuerst das Licht, viel Licht. Und allmählich wird eine Gestalt klar, das Licht wird zu einer Gestalt. Die Gestalt ist aus durchsichtigem Glas und über ihr bricht warmes, gelb – leuchtendes Licht herein in das Dunkel.
Jesus wird in heiliger Klarheit am Tag seiner Wiederkunft vor uns stehen und daran soll uns das ungetönt-transparente Glas der Gestalt Jesu erinnern. Die Arme Jesu sind hoch erhoben, gebieterisch, triumphieren. Wo er gebietet, muss die Finsternis weichen. Er kommt als Sieger wieder. Er kommt als Richter wieder. Die sieghaft hochgestreckten Arme zeigen es: er hat das letzte Wort, er allein. Erhobene Arme sind in der Bibel aber auch noch die Gebärde des Segnens. Mit erhobenen Armen wurde und wird im Volk Gottes gesegnet. Jesus Christus kommt als Sieger und Richter über alle Welt, er kommt aber auch als Retter und Erlöser zum Segen für seine Gemeinde, für sein Volk.
Noch sehen wir Jesus nicht. Wir wissen nicht, wie Jesus aussieht. Sein Gesicht ist noch verhüllt. So auch in der Fensterdarstellung. Jesu Gesicht ist nicht zu sehen. Anstelle des Gesichts ist ganz zart ein Kreuz angedeutet, das Zeichen seiner Liebe: seine Liebe ist ihm ins Gesicht geschrieben. Am Kreuz auf Golgatha hat er seine Liebe bewiesen. Sie gilt dieser ganzen Welt, sie wirbt um uns, kämpft um uns, gibt keinen auf – die Opferliebe Gottes. Ganz verhalten ist im Fenster das Kreuz angedeutet: der Querbalken des Kreuzes wie ausgestreckte, am Kreuz ausgebreitete Arme unter dem Gesicht Jesu. Es sieht aus, als würde er uns einladen mit weit offenen Armen. Das ist seine Einladung: Wir dürfen zu ihm kommen, mit aller Last, mit aller Not, mit aller Schuld. Er will unser ganzes Leben, weil er für uns starb.
Die Opfermale dieser Liebe sind zu sehen: die Wunden an den Füßen, zwei rote Flecken, die verletzte Seite Jesu, von der Lanze der Soldaten aufgerissen, die Nägelmale an den erhobenen Händen und die Blutspuren der Dornenkrone über dem Haupt Jesu. Er hat mit seinem eigenen Blut für unsere Schuld bezahlt. Soweit ging seine Liebe.
Das Grab hat Jesus nicht halten können. Am Ostertag erstand er triumphierend vom Tod. Die Dornenkrone ist zur Siegeskrone geworden. Nur die roten Flecken erinnern noch an die Stacheln: eine richtige Königskrone ist über dem Kopf Jesu zu sehen. Darüber stehen die Buchstaben A und O, Alpha und Omega, der erste, der letzte, der Lebendige.
In warmen und gelben Farben bricht über der Gestalt Jesu schon das Licht der Neuschöpfung herein, oben im Fensterbogen. Mehr ist nicht zu sehen, denn noch ist diese neue Welt Gottes verhüllt. Die warmen Farben lassen uns etwas von ihrer Schönheit erahnen.
So will uns dieses Fensterbild mit der Gestalt des auferstandenen und wiederkommenden Herrn unseren Platz anweisen, den Platz der Gemeinde Jesu zwischen Ostern und der Wiederkunft.
Andreas Felger wurde 1935 in Belsen am Fuss der schwäbischen Alb geboren und lebt heute in Gnadenthal/Taunus auf dem Boden eines ehemaligen Zisterzienserinnenklosters. Die heimatliche Landschaft hat sein Arbeiten von früh an geprägt. Nach einer Lehre als Musterzeichner und einem Studium an der Kunstakademie München ist er freischaffender Künstler geworden.
Nahe der Kirche wurde 1993 ein Gemeindezentrum errichtet – das Haus Bodelschwingh. Hier werden Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht, Teen-Kreis, Frauen- und Bibelkreis und Seniorenkreis abgehalten.
Das Haus Bodelschwingh kann auch gegen eine geringe Gebühr für private Familienfeiern gemietet werden. Bei Interesse wenden sie sich bitte an das Pfarramt.
Des weiteren hat die Kirche die Trägerschaft für den 1973 errichteten Kindergarten übernommen.
Hirschberg
ist einer der kleinsten der Ortsteile der Stadt Herborn und zählt 332 Einwohner. Er wurde 1351 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Damals bestand
hier schon eine von einem Kaplan bediente Kapelle. Im Kern dürfte das heute in der Ortsmitte stehende Kirchlein aus dieser Zeit stammen. Die schöne Dorfmitte wird von Linden, dem Backhaus und dem Laufbrunnen vervollständigt.
Bis 1956 gehörte Hirschberg der Stadtkirche Herborn an und wurde dann zusammen mit Hörbach und Guntersdorf ein eigenständiges Kirchspiel.
Die wuchtige, in Bruchstein erstellte Kirche mit Chor, einem Chorsaal im Dachgeschoß und sechsseitigem Dachreiter aus dem Mittelalter wurde durch den Eingangsbau im Jahre 1926 erweitert. Bemerkenswert ist das ährenförmige Bachkieselpflaster als Bodenbelag in der Kirche. 2001 wurde die Kirche komplett renoviert.
Die Zahl der Gemeindemitglieder beläuft sich derzeit auf 202.
Guntersdorf zählt ca.355 Einwohner (287 Gemeindeglieder) und wurde erstmals 1351 urkundlich erwähnt. Der kleine Ort hat eine bemerkenswerte Zahl von Fachwerkhäusern aufzuweisen.
Bevor Guntersdorf 1956 mit Hörbach und Hirschberg zusammengelegt wurden, gehörte es zur Schönbacher Kirchengemeinde.
Das im Jahr 1969 erbaute Jugendheim steht für Frauen- und Bibelkreise zur Verfügung.
Die Kirche in Guntersdorf, ein barocker Saalbau mit quadratischem Dachreiter und eingezogenem Helm wurde 1685 wahrscheinlich anstelle einer St.-Jakob-Kapelle erbaut. Im Jahre 1990 wurde ihr Fachwerk freigelegt.
Unsere Kirchengemeinde verbindet seit über 30 Jahren ein Partnerschaft zur Kirche Kühnhaide im Erzgebirge (www.kirche.kuehnhaide.de)